Der Erste Weltkrieg ist vorbei.
Ein neues Lebensgefühl breitet sich aus, und Berlin wird in den 1920er Jahren zu einer der aufregendsten Metropolen Europas.
In dieser Zeit lebt Mascha Kaléko in Berlin-Spandau. Tagsüber arbeitet sie im Büro, abends schreibt sie Gedichte am Küchentisch – präzise Beobachtungen des Alltags, eingefangen zwischen Großstadttrubel, U-Bahnfahrten und Hausfluren.
Ab 1930 erscheinen ihre Texte regelmäßig in Zeitungen und Zeitschriften. 1933 veröffentlicht der Ernst Rowohlt ihren ersten Gedichtband Das lyrische Stenogrammheft. Kaléko wird Teil der literarischen Szene rund um das Romanische Café – im Austausch mit Autor*innen wie Kurt Tucholsky, Erich Kästner oder Bertolt Brecht.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird ihr Leben jäh unterbrochen. Als Jüdin verfolgt, flieht sie 1938 mit ihrer Familie nach New York. Spätere Jahre sind geprägt von Verlust: 1968 stirbt ihr Sohn, 1973 ihr Ehemann. 1975 erliegt sie auf dem Weg nach Jerusalem in Zürich einer Krebserkrankung.
Lange blieb ihr Werk in Deutschland wenig beachtet. Erst durch das Engagement ihrer Biografin Gisela Zoch-Westphal wurde es wiederentdeckt. Heute gilt Mascha Kaléko als eine der wichtigsten lyrischen Stimmen ihrer Zeit – klar, melancholisch und von zeitloser Aktualität.
Diese biografische Revue bringt Leben und Werk auf die Bühne: Drei starke Frauen widmen sich Mascha Kaléko in einer Mischung aus Rezitation und Schauspiel – und lassen ihre Texte, ihre Zeit und ihre Stimme neu erfahrbar werden.
